Mehr Sicherheit für Radverkehr auf der LuWu lange überfällig

11.10.2023

 

Der ADFC Halle begrüßt den Umbau der Ludwig-Wucherer-Straße durch die Stadt Halle (Saale)!

Kreuzung Geistr./Hermannstr. (Symbolbild)

Überholverbot in der Geiststr. folgerichtig - Kontrollen jetzt!

13.06.2023

 

Erstmals in Halle wurde in der Geiststr. ein Überholverbot von einspurigen Fahrzeugen angeordnet. Der ADFC appelliert, über das Verkehrszeichen zu informieren und die Einhaltung zu kontrollieren.

Beschilderung Gudrun-Goesecke-Straße

Erneute Schlappe für Stadt Halle - Stadt scheitert vor Oberverwaltungsgericht

16.04.2023

 

Zukünftig können Radfahrer auch die Fahrbahn der Gudrun-Goesecke-Straße in Halle nutzen, Fußgänger dürfen die Wege auf beiden Seiten begehen.

Landesradverkehrsplan LSA

Fahrradpendlerregion Halle-Saalekreis!?

14.02.2022

 

Immer mal wieder kündigt die Landesregierung eine Radwegeoffensive an Bundes- und Landesstraßen an. Sachsen-Anhalt soll Fahrradpendlerregion werden. Leider sieht die Realität im Süden Sachsen-Anhalts anders aus.

Das Rad in der Verkehrspolitik

„Radfahren ist mein liebstes Hobby, dabei macht es mir eigentlich gar keinen Spaß“ sagt Marius Fischer, Vorsitzender im Regionalverband Halle (Saale) des ADFC Sachsen-Anhalt. Ob die schlechte Infrastruktur, die Gefahren durch den motorisierten Verkehr, der Fahrraddiebstahl oder der wiederkehrende Vorwurf, Radler seien die Schlimmsten – Jahrzehnte von autozentrierter Verkehrspolitik haben dazu geführt, dass die schönste Fortbewegungsart der Welt so ihre Tücken und Nachteile hat. Ein Überblick:

Radwege

Die Radwege in unserer Region sind lückenhaft, oft durch bauliche Mängel gefährlich und an vielen Stellen gar nicht nutzbar. Während dem KFZ-Verkehr Autobahnen, Bundesstraßen, Landstraßen und Gemeindestraßen gebaut werden, muss die Fahrrad-Infrastruktur vielerorts als unwürdig bezeichnet werden. In der Stadt sind Radwege oft zu schmal angelegt, ein Überholen oder Nebeneinanderfahren ist fast nirgends möglich. In KFZ ist das Nebeneinandersitzen dagegen selbstverständlich und Standard. Zahlreiche Straßen haben keinen Radweg, oder dieser liegt in der Gefahrenzone zwischen parkenden Autos und fließendem Verkehr. Bordsteinkanten, Schlaglöcher und Wurzelschäden mindern den Komfort beim Fahren und ermöglichen oft nicht einmal Tempo 30. Falschparker, Baustellenschilder, Mülltonnen wie E-Scooter werden bevorzugt auf Rad- und Fußwegen abgestellt. Potentiell lebensgefährdende Parkverstöße werden zu selten geahndet, zu oft passiert ohne Anzeige nichts.

Auf dem Land träumt man von solchen Problemen. Trotz touristischer Relevanz gibt es entlang vieler Landstraßen keine Radwege – oder alternativ Beschilderungen, die wirksam die Höchstgeschwindigkeit des motorisierten Verkehres beim Überholen auf Tempo 70 reduzieren.  Als Beispiel sei die L173 genannt, die einzige Verbindung von Bad Lauchstädt nach Teutschenthal. Alleine im ersten Halbjahr 2022 wurde dort ein Pendler getötet, ein weiterer so schwer verletzt, dass der Rettungshubschrauber kommen musste. Situationen wie diese sind leider typisch sind für die Situation in weiten Teilen unseres Landes. Im Zusammenhang mit dem schwachen ÖPNV bedeutet das: Wer auf dem Land sicher und komfortabel mobil sein will oder muss, kommt kaum um Führerschein und KFZ herum. Für eine Stärkung des Fahrrads als gesundes, umweltfreundliches Verkehrsmittel braucht es komfortable Radwege. Dafür machen wir uns stark.

Radwege1

Während Hauptstraßen regulär asphaltiert sind, geht es für den Radverkehr daneben oft über Pflaster und an jeder Einmündung über Kanten auf und ab.
Radwege2

Hauptstraßen für KFZ haben einheitliche Breiten und Vorrangregelungen. Nicht so auf dem Radweg daneben: Mal separat geführt, dann scharf verschwenkt und den Fußgängern untergeordnet. Und wenn dann zusätzlich mal eben noch ein Pkw den Weg einengt …
Radwege3

Hauptstraßen-Feeling für Radfahrende: Bordsteine hinauf und hinab, unsichere Vorfahrt vor Rechtsabbiegern und Wegeführungen, die zum Bremsen zwingen.
Radwege4

Berg- und Tal-Bahnen rütteln Radfahrende selbst an rein theoretischen Grundstückszufahrten auf.
Radwege5

Auf der Radverkehrsmagistrale in Kröllwitz: Hier zwingt die Beschilderung Radelnde, die dem Verlauf der Hauptstraße folgen zum Absteigen und Schieben. So erzwingt man Konflikte. Denn die Beschilderung und Barriere wird in aller Regel ignoriert und umfahren.
Radwege6

Nagelneue Holperstelle an einer Grundstückseinfahrt. Warum macht man solche Schildbürgerstreiche nicht auch auf Hauptstraßen?

Motorisierte Gewalt

Während der Überholabstand immer häufiger eingehalten wird, gibt es zahlreiche Beispiele, die die Mär von der Regelfestigkeit des KFZ-Verkehrs widerlegen. Wer sich am Lenkrad an die maximale Höchstgeschwindigkeit hält, gilt manchen schon als Verkehrshindernis. Auf den Schulterblick beim Öffnen der Autotür wird zu oft leichtfertig verzichtet. Die Wartepflicht gegenüber Fußgänger:innen beim Abbiegen wird zu selten berücksichtigt. Kleine Unaufmerksamkeiten durch KFZ-Nutzer:innen können schwerwiegende Folgen haben, denn KFZ sind schneller unterwegs, rundum hart und schwerer als andere Verkehrsteilnehmer:innen.

Schlimmer aber ist die motorisierte Gewalt, die Rad- und Fußverkehr begegnet: Motorisierte Gewalt beschreibt eine absichtliche, aggressive Fahrweise gegen den Fuß- und Radverkehr. Absichtliches enges Überholen, unnötiges Hupen und starkes Beschleunigen macht Menschen Angst.

Besonders frustrierend: Regelkonformes Verhalten wie das Fahren auf der Straße bei nicht-benutzungspflichtigem Radweg wird oft fälschlicherweise als Regelverstoß gewertet. Die Folge sind Konflikte oder Nötigungen bis hin zu bewusst lebensgefährdenden Überholmanövern. Während die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Menschen insgesamt abnimmt, verunglücken mehr und mehr Radfahrer:innen und Fußgänger:innen tödlich. In Halle sind über 80% der Verkehrstoten per Rad oder zu Fuß unterwegs. (Vorsicht: Der E-Bike-Boom und die generelle Zunahme des Radverkehrs hat hierauf starke Auswirkungen! Der Trend ist nicht sicher Folge der Gewalt.)

Dabei sind auch viele Radfahrer:innen nicht immer regelkonform unterwegs. Darunter sind viele Personen, die sich im Straßenverkehr unsicher fühlen – sie weichen oft auf den Bürgersteig aus. Gefährliche Verstöße und rücksichtslose Fahrweisen kritisieren wir strikt. Sie stehen mit unserem Engagement für ein rücksichtsvolles, faires Miteinander. Wir setzen uns ein für eine Infrastruktur, in der Radfahrende sich bei regelkonformer Fahrweise sicher fühlen können.

Fahrraddiebstahl

Auch in Sachsen-Anhalt ist Fahrraddiebstahl ein massives Problem. Die Diebstahls-Statistik gibt Anlass zum Handeln. Der Deliktsbereich sollte politisch und polizeilich eine höhere Priorität erhalten, denn wer ein Fahrrad stiehlt, beraubt damit jemanden der persönlichen Mobilität und somit Freiheit. Fahrraddiebstahl macht vor Grenzen nicht Halt. Wir fordern daher ein europäisches oder zumindest bundesweit vernetztes, digitales Diebstahlskataster, damit die Polizei gestohlene Gefährte grenzüberschreitend aufspüren und ggf. kriminelle Strukturen nachverfolgen kann. Dabei sind wir uns der grundsätzlichen und technischen Probleme bewusst, die der Polizei die Aufklärung erschwert.

Deshalb appellieren wir an alle, ihre Räder selbst gut zu schützen. Ratsam sind die Sicherung mit zwei unterschiedlichen Schlössern, eine Versicherung gegen Diebstahl, der bundesweite Fahrradpass, ein Eintrag in der Web-Datenbank Fahrradnummer.de sowie eine Codierung. Diese gibt es als Rahmen-Gravur oder einfach als Aufkleber.

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